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Die archäologische Denkmalpflege im Landkreis Holzminden

Nach dem Inkrafttreten des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes am 1. November 1979 obliegt den Landkreisen im Rahmen des übertragenen Wirkungskreises die Wahrnehmung der Aufgaben der unteren Denkmalschutzbehörde (NDSchG § 19, Abs. 1 u.2).

Als eine der ersten Gebietskörperschaften in Niedersachsen hatte sich der Landkreis Holzminden in Folge der Gesetzesnovellierung 1982 entschieden, einen Archäologen zunächst über Zeitverträge einzustellen, bevor die Stelle 1986 fest etabliert wurde.

Aufgaben einer Kreisarchäologie

  • Wahrnehmung der Aufgaben einer unteren Denkmalschutzbehörde für den Bereich der archäologischen Kulturdenkmale
  • Zusammenarbeit mit übergeordneten staatlichen Denkmalfach- / Denkmalschutzbehörden
  • Schutz, Sicherung und Pflege aller archäologischen Kulturdenkmale
  • Erfassung und Dokumentation der festen und beweglichen archäologischen Denkmale
  • Beratung von Denkmaleigentümern
  • Durchführung archäologischer Ausgrabungen
  • Sachgerechte Aufarbeitung und Magazinierung der Fundgegenstände
  • Erforschung aller archäologischen Epochen des Kreisgebietes
  • Gestaltung und Beratung archäologischer Ausstellungen
  • Veröffentlichungen und Vorträge
  • Erschließung archäologischer Kulturdenkmale im Rahmen eines sanften Tourismus

Erfassung und Dokumentation archäologischer Denkmale im Kreisgebiet

Durch eine zunehmende Industriealisierung auch des ländlichen Raumes, durch Veränderungen in der Bodenbewirtschaftung (z. B. Tiefpflügen, künstliche Düngung) und die Modernisierung der Forstwirtschaft (z.B. Einsatz von Vollerntemaschinen) sind die archäologischen Denkmale akut in ihrem Bestand bedroht. Deshalb gehört es zur ständig fortzuführenden Aufgabe der Kreisarchäologie, den Denkmalbestand durch systematische Begehungen des Ackerlandes (Frühjahr/Herbst) und der Wälder (Sommer) flächendeckend zu erfassen. Dazu werden auch Methoden wie die Luftbildarchäologie oder das Airborne-Laserscanning herangezogen.

Verfahren wie Geoelektrik, Geomagnetik oder Bohrungen helfen, Aussagen über den Zustand eines unter der Erde liegenden Denkmals treffen zu können. Waren 1982 nur 88 archäologische Kulturdenkmale bekannt, so sind es derzeit 1700 Fundstellen. Eine ständig voranschreitende Inventarisierung der Fundstellen und der Funde ermöglicht solide Vorabbeurteilungen bei Planfeststellungen.

Die Kreisarchäologie ist bestrebt, diese Kulturgüter zu schützen und zu pflegen. Hierzu zählen auch Erhaltungsmaßnahmen von Denkmalen im Gelände.

Ausgrabungen

Die Archäologische Grabung wird in der Regel als letztes Mittel einer Dokumentation vorgenommen, wenn das Denkmal vor einer unabwendbaren, unwiederbringlichen Zerstörung steht (Rettungsgrabung). Grabungen erfolgen aber auch zur Klärung des Denkmalcharakters eines Objektes oder wenn ein vordringliches Forschungsinteresse besteht.


Sachgerechte Aufarbeitung und Magazinierung der Fundgegenstände

Die im Laufe der Jahre durch Ausgrabungen, Geländeprospektionen und Ablieferungen von Privatpersonen eingegangenen Funde wird, soweit möglich, in einer Werkstatt im Schloss gereinigt und aufgearbeitet. Vom Zerfall bedrohte Metallobjekte sowie zerbrochen im Erdreich angetroffene, aber zu vollständigen Gefäßen zusammensetzbare Keramik- oder Glasfragmente, werden an die Restaurierungswerkstätten des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege oder private Restaurierungsfirmen weitergereicht. Nach der fotografischen und zeichnerischen Dokumentation, vorwiegend der besonderen Stücke, erfolgt die dauerhafte Magazinierung in der Studiensammlung.

Die Fundgegenstände stehen der Wissenschaft, Studenten und interessierten Heimatkundlern für ihre Forschungen zur Bearbeitung zur Verfügung. Alle bis 1995 geborgenen ur- und frühgeschichtlichen Funde aus dem Kreisgebiet sind im Rahmen einer die Besiedlungsgeschichte des Oberweserraumes behandelnden Dissertation bearbeitet und veröffentlicht worden. Ausgewählte, weitere Funde haben Eingang in andere Doktorarbeiten und verschiedene wissenschaftliche Publikationen gefunden. Auf regionaler Ebene wird über das Jahrbuch für den Landkreis Holzminden, in Zeitschriften und der Tagespresse berichtet.

Ausstellungen

Die Kreisarchäologie hat in mehreren eigenen Ausstellungen die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentiert. Bei vielen regionalen und überregionalen Sonderausstellungen war sie Projektpartner, Leihgeber von Exponaten aus der Studiensammlung und Beitragslieferant für den Katalog. Mit der Präsentation großer internationaler archäologischer Ausstellungen hat das Weserrenaissance Schloss Bevern eine breite öffentliche Aufmerksamkeit, über die Grenzen Deutschlands hinaus, erfahren.

Erschließung archäologischer Kulturdenkmale im Rahmen eines sanften Tourismus

Neben den Veröffentlichungen in der Presse und der Präsentation von Ausstellungen werden die Aktivitäten der Kreisarchäologie einer breiten Öffentlichkeit durch Vorträge, Führungen, Exkursionen, Ausschilderungen und Erläuterungstafeln vermittelt. Dafür wurden einige Denkmale, wie z. B. die Glasmanufaktur in Holzen oder die Kirche auf dem Heiligenberg bei Heyen, restauriert. Derartige Projekte erfolgen in Zusammenarbeit mit der Jugendwerkstatt der Kreisvolkshochschule.

An der Ausbildung qualifizierter Gästeführer/innen (z.B. Gästeführerinnen im Weserbergland) ist die Kreisarchäologie immer wieder beteiligt.

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